Motoblog Day 11

Die Tagesroute
Heute gings langsam wieder auf die Heimreise. Aber erst mal von vorne und erst mal ein Rückblick. Unsere Unterkunft war ja wie schon im Blog 10 erwähnt wunderschön gelegen und sehr geschmackvoll eingerichtet wenige Meter von der ungarischen Grenze. Die Ungaren sehen anders aus als die Rumänen, meinte ich. Aber egal. Wir starteten wie immer mit dem gepoltere von Kerkermeister Samba an unsere Zimmertüre und eine halbe Stunde später kommt Marc Grimm und doppelt nach. Also alles easy wie immer, lass sie poltern. Viel Stress um nix. Es ist wie im Militär: Erst rennen alle in eine Himmelsrichtung bis sie merken, dass sie auf alle anderen warten müssen, na ja.

So, nun fuhren wir also los und es ging zur Holzkirche von Surdesti. Dies ist die höchste Holzkirche der Welt und misst so um die 54 Meter an Höhe. Laut der Verwalterin wird sie im Jahre 2021 300 Jahre alt. Na ja, Wikipedia sagt was anderes, aber was solls. Auf alle Fälle hatten wir in der Kirche eine rege Diskussion mit der Verwalterin wegen der vielen Landessprachen in der Schweiz und in welchem Landesteil was gesprochen wird. Sie wusste sogar, dass wir 30'000 räthoromanisch sprechende haben und das finde ich auch wichtig dass man in Rumänien das weiss :-)

Nach dem Besuch der Kirche gabs erst mal Pause mit Essen, wie das so üblich bei uns ist. Irgendwie schauts hier aus wie in einem deutschen Biergarten. Es passt aber und wir besprechen die Route und diskutieren den schnellsten und besten Weg nach Wien. Ach ja, und ich hab ja fast vergessen zu erwähnen dass ich am Vorabend 1 Stunde lang den Zug von Wien nach Feldkirch gebucht habe. So eine komische Homepage der ÖBB, das gibt es gar nicht. Bei der Zahlung mit Kreditkarte fand die ÖBB heraus, dass ich in einem unsicheren Netz bin. Also schnell den hotspot eingeschaltet und nun ging es. Na super, die stattliche Telecom der Rumänen ist also sicherer als das lokale WLAN des Hotels. Na ja, was solls.

Nachdem wie also gegessen hatten gings in grossen Schritten Richtung ungarische Grenze. Dort angekommen merken wir schnell dass hier ganz ganz wichtige Menschen (Ungarische Grenzbeamte) mit Sonnenbrillen auf uns warten. Wir warten eine dreiviertel Stunde auf den Durchlass nach Ungarn. Wir ziehen also unseren Helm und unsere Klamotten erst mal aus und warten auf die extrem wichtige Passkontrolle der Ungaren. Dort angekommen ein kurzer Blick auf den Pass und schon können wir weiter. Ich liebe diese EU.

Nun haben wir also die Ehre, in Ungarn zu sein. Wir fahren nicht mehr ganz so zügig wie in Rumänien, da hier irgendwie alles ein wenig schöner und langsamer ist. Also passen wir uns an und reduzieren die Innerorts Geschwindigkeit.

Nun biegen wir auf die Autobahn ein und dann gehts in grossen Schritten in Richtung Budapest. In dessen Höhe finden wir ein Hotel mit Swimming Pool und Sprudelbad. Ideal also für müde Kriegerknochen. Wir lassen nicht zwei mal bitten und finden uns schnell im Whirlpool wieder. Ich schlafe fast ein. Was für ein Abend nach 10 Tagen und 4'000 Kilometern. Aber halt, erst mal von vorne. Kaum eingecheckt haben wir ein Bier und einen Schnaps in der Hand und ich muss sagen, ich war richtig belämmert danach.

Wir tingeln Richtung Zentrum oder wie man das immer nennen mag. Wir kommen in einem Gartenrestaurant an und bestellen erst mal Bier. Der Kellner hat einen Charme einer toten Kellerratte und schüttelt unentwegt den Kopf. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los dass der Kollege mal einen guten Psychologen brauchen könnte, der ihn vor dem sicheren Hirntod retten könnte. Aber mir egal. Als wir Essen bestellt haben stand er kurz vor dem Kollaps. Der Ärmste. Wir haben aber trotzdem Energie getankt und wollten gerade gehn, als mir merkten, dass der liebe Kellner das Zugangstor geschlossen hatte. Mit einem halben Jahrhundert auf dem Buckel und einem Adonis Körper wie Herkules schwangen wir uns über das Eingagstor und wankten retour ins Hotel. Zum Glück hat uns niemand gefilmt, das wäre ziemlich sicher auf Youtube gelandet. Spannend was da so alles passiert an einem läppischen Freitag Abend passieren kann.

Morgen Samstag ist das Ende der Reise in Wien geplant beim Schnitzelwirt. Danach gehts mit der ÖBB in Richtung Feldkirch und von da aus in die Schweiz. Im Zug gibts dann den letzten Blogeintrag dieser fantastischen Reise mit einer Zusammenfassung. Man darf gespannt sein.

Normales Alltagsbild. Auf diese Fuhren muss man hinter Kurven gesonders aufpassen


Prähistorische Routenplanung auf einem iPhone 4 (Inzwischen UNESCO Weltkulturerbe) kombiniert mit einem Handyhalter von Touratech aus der neusten Generation 2018. Dazwischen liegen 2.8 Millionen Lichtjahre Evolution. Auf diesem Bild sehen wir einen der letzten Ingenieure, der das noch bedienen kann, obschon er auf dem völlig falschen Parkplatz dafür steht.




















Verdient ist verdient



Spicki

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